Curriculum zur beruflichen Orientierung

Es ist in dieser Zeit des grundlegenden Strukturwandels des bisherigen Arbeitsmarktes zwingend notwendig geworden, Schulabgänger adäquat auf die berufliche Weiterbildung vorzubereiten. Die heutige Berufs- und Lebenswelt erfordert vom Individuum differenzierte (Schlüssel-) Qualifikationen wie fachliche und soziale Kompetenzen, die die Basis für eine berufliche Qualifikation darstellen. Die Entwicklung sowie Festigung solch umfassender Kompetenzen muss fächerübergreifend und kontinuierlich im schulischen Bildungsprozess erfolgen, sodass die Zuständigkeit der einzelnen Lerninhalte auf die einzelnen Fächer verteilt wird und die berufliche Orientierung bereits in Jahrgangstufe 5 ihren Ansatz findet. Hier kann es nicht um berufsspezifische Lerninhalte gehen, sondern vielmehr um die Einführung und Festigung grundlegender Fertigkeiten, die in den folgenden Jahren weiter ausgebaut und spezifiziert werden.
Das Lehrerteam der Gemeinschaftsschule Harksheide bereitet die Schülerinnen und Schüler möglichst in jedem Jahrgang und in jedem Unterrichtsfach auch auf die Berufswelt vor. Im Besonderen werden die Klassenstufe7, 8 und 9 in die Grundstrukturen der Berufs- und Arbeitswelt  in Form einer Potentialanlyse, einer Berufsfelderkundung, eines pädagogischen Waldeinsatzes und eines Betriebspraktikums eingeführt.
Im Folgenden werden die Schwerpunkte der Berufsorientierung dargestellt. Im Anschluss daran wird die Integration der Berufsorientierung in die jeweiligen Curricula sowie im Unterricht dokumentiert.

Die Schule ist eingebunden in regionale oder überregionale Netzwerke/Projekte:
Die Schule hat eine Kooperation mit  Unternehmen, Hochschulen, Institutionen und
Firmen in Norderstedt, Hamburg und Umgebung, die wir regelmäßig als außerschulische Lernorte nutzen. Zudem pflegen wir eine enge Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur.

 

Im Folgenden wird dargestellt, dass ökonomische Bildung, Berufsorientierung und die hierfür bedeutsamen Schlüsselqualifikationen, Fach-, Selbst,- Sozial,- und Methodenkompetenzen Aufgaben aller Fächer sind:
Der Lehrplan für die Sekundarstufe I der weiterführenden allgemeinbildenden Schulen für Schleswig-Holstein wird umgesetzt, in dem es heißt, dass die SuS auf die Berufswahl vorzubereiten sind. Es ist ein Curriculum entwickelt, das die SuS ab Klasse 5 mit Themen der Berufs- und Arbeitswelt konfrontiert.

 

Methoden Kompetenzen Verantwortlichkeit
Lernmethoden lernen Erwerb und Festigung von Grundfertigkeiten Klassenlehrer
Lernwerkstatt Erwerb und Festigung von Grundfertigkeiten Fachlehrer
Freiarbeit (Plan-, Stations-, Gruppenarbeit, Checklisten) Selbstständiges zielorientiertes und selbstverantwortliches Arbeiten Klassenlehrer / Fachlehrer

 

 

A) Ausgangslage:

 

Aufgabe der weiterführenden allgemeinbildenden Schulen ist es, den Übergang der Jugendlichen von der Schule in den Beruf zu erleichtern, ihnen zu helfen, ihr Berufswahlverhalten und ihre Arbeits- und Berufsfähigkeit zu verbessern und sie bei ihrer Entscheidungsfindung und Entscheidungsumsetzung zu unterstützen.

 

Durch die Umstrukturierung der ehemaligen Realschule in die Gemeinschaftsschule Harksheide, die seit der Einführung zum Schuljahr 2009/10 eine Schulform für Kinder aller Bildungsgänge ist, kommt der Abschluss- und Anschlussorientierung eine wachsenden Bedeutung zu. Diese erfordert eine Weiterentwicklung der Konzeption einer Berufsorientierung im weiteren Sinne, die zum Ziel hat, die Vermittlung erforderlicher Kompetenzen für eine sich im Wandel befindenden Arbeits- und Berufswelt  zu ermöglichen.

 

Die Gemeinschaftsschule Harksheide hat erkannt, dass die Schüler frühzeitig und behutsam auf eine auf die eigene Lebens- und Berufsperspektiven ausgerichtete Orientierung herangeführt werden müssen. Dieses Heranführen beginnt bisher Ende des Jahrgangs 7, da die Vorverlagerung der zweiwöchigen Praktika in die Jahrgänge 8 und 9 bereits umgesetzt wurde.

 

Diese Schwerpunktsetzung ist zur Zeit ein additives Instrument, das im Rahmen der Schulorganisation in den Klassenlehrer- und WiPo-Stunden liegt. Das Fach Deutsch arbeitet zu. Daraus ergeben sich folgende

 

 

B) Zielformulierungen:

 

  1. Auch andere Fächer können ihren Beitrag leisten, indem diese, ohne ihren fachlichen      Schwerpunkt zu ändern, berufsorientierende Blickrichtungen aufnehmen.

    Es bedarf daher für die Klassen 5 – 10 eines berufsorientierten und          fächerübergreifenden Curriculums unter Einbeziehung additiver Bausteine sowie         integrativer Unterrichtseinheiten (Evaluation bestehender). Das Curriculum soll           zeitnah entwickelt und anschließend schrittweise umgesetzt werden.

     Strategisch ist es daher wichtig, Verbindlichkeit der Durchführung mit Hilfe der Fach-   und Jahrgangskoordinationen herzustellen und die Organsations- und  Personalentwicklung gezielt zu steuern.

  2. (Wieder-)Einführung des Töchter-/Sohntags („Girlsday“) in Jahrgang 6, mit dem Ziel,    allen    Schülern die Möglichkeit zu geben, erste Eindrücke in den Berufsfeldern ihrer Eltern und Bekannten in „geschütztem Raum“ zu sammeln.

    Es findet eine Vorbereitung im Klassenlehrerunterricht statt, in dem ein verbindlicher     Fragebogen / Steckbrief besprochen wird. Er umfasst die Kriterien der Beschreibung    der Arbeitszeit, Arbeitsplatz, einer Tätigkeit und des Berufsbilds. Diese Kriterien         orientieren sich „im Kleinen“ an denen der später anzufertigen Praktikumsmappe in   Jahrgang 9. 

     Die Nachbereitung soll zeitnah innerhalb einer Woche nach dem „Girlsday“ in Form       einer Plakatpräsentation im sogenannten „Galeriegang“ (4-5 SuS gehen als Gruppe zu den Plakaten und stellen sich diese gegenseitig vor) stattfinden.

    Schüler, die nicht an dem „Girlsday“ teilnehmen, müssen ebenso   ein Plakat zu einem    Berufsbild erstellen.

  3. Weiterführung des Töchter-/Sohntags („Girlsday“) in Jahrgang 7, allerdings ist für          interessierte Schüler das Kennenlernen eines geschlechtsspezifischen Berufs (Jungs in typische Frauenberufe und umgekehrt) dafür Voraussetzung.

    Es findet eine Vor- und Nachbereitung im Klassenlehrerunterricht statt, wobei die          Sensibilisierung und das Bewusstmachen für die Problematik ( Welches sind typische   Männer-/Frauenberufe? Woran liegt es, dass bestimmte Berufsfelder fast nur von             Frauen/Männern besetzt werden?) im Vordergrund steht.

4. Die Gemeinschaftsschule Harksheide ist eine Projektschule für ein externes,        zweitägiges Kompetenzfeststellungsverfahren mit anschließender         Berufsfelderkundung über einen Zeitraum von weiteren 8 Tagen. Dieses Projekt wird    von der NoBiG mbH (Norderstedter BildungGesellschaft mbH) organisiert und mit             den jetzigen 7 Jahrgängen zum Ende des Schuljahres 11/12 - Beginn des neuen   Schuljahres 12/13 (dann Jahrgang 8) zum ersten Mal durchgeführt. (s. Anlage „Berufsorientierung in Norderstedt – Potentialanalyse, Berufsfelderkundung, Berufswahlorientierung“)
Vor diesem Hintergrund ergibt sich die Überlegung, das geplante Betriebspraktikum       im herkömmlichen Sinne in den zukünftigen Jahrgängen 8 zu streichen.

Ergänzend ist angedacht, den zukünftigen Jahrgängen 8 einen einwöchigen,        sogenannten „Waldeinsatz“ (Mo-Fr) zu ermöglichen. Das Besondere an dem     Aufenthalt ist die vormittägliche Waldarbeit, die zur Mitfinanzierung des Aufenthalts       dient. Die Schüler erleben einen realen Arbeitsplatz mit einem wiederkehrenden und      verbindlichen  Tagesablauf, der sie nicht nur körperlich fordert, sondern dabei auch         den Teamgeist und das Selbstbewusstsein fördert.           Der Kontakt ist bereit hergestellt und würde in den ersten zwei Vorhabenwochen im      Schuljahr 2012/13 (September und November) stattfinden. Mittelfristig sind dafür    die Jugendwaldheime in Hartenholm und Süderlügum in Schleswig-Holstein   vorgesehen, eine Klasse müsste aufgrund der kurzfristigen Planung in diesem Jahr     nach Niedersachsen ausweichen.      

 

 

C) Bisherige Maßnahmen, die auch zukünftig von der Gemeinschaftsschule Harksheide ergriffen werden:

 

- Besuch im BIZ

 

- Berufsberatung durch die Arbeitsagentur in der Schule

 

- Bewerberseminare

 

- verpflichtende Teilnahme an Betriebsbesichtigungen

 

- evtl. Besuch von Berufsmessen

 

- Betriebe stellen sich vor

 

- Betriebspraktikum Jahrgang 9

 

 

D) Ausblick

 

Neben der Verankerung der geplanten Weiterentwicklungen des Berufsorientierungskonzepts, steht der Ausbau und die Pflege des Netzwerks im Standort Norderstedt und Umgebung im Vordergrund. Hierfür konnten in letzter Zeit starke (Beriebs-)Partner für die Zusammenarbeit mit der Gemeinschaftsschule Harksheide (Elektro-Alster-Nord, Schülke, Asklepios, Stadt Norderstedt) dazu gewonnen werden. Auch sollte das Potential der Elternschaft (mehr) genutzt und eingebunden werden sowie der Kontakt zu Gewerbe- und Handelsschulen hergestellt werden.